Zwischenüberschrift
Vizepräsident Reisecker lud
Zivilcourage Innviertel zum
Stammtisch-Diskurs
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Viezepräsident Reisecker lädt Zivilcourage Innviertel zum Stammtisch-Diskussion!
Der Viezepräsident der OÖ Landwirtschaftskammer und Viezepräsident des österr. Bauernbudes lud den Verein
Zivilcourage Innviertel am 09.06.10 zum Stammtisch beim Tischlerwirt in Hochburg.
Die Themen: GVO-freie Lebensmittel aus Sicht der Konsumenten
Produktion von Lebensmittel mit GVO-freien Futtermitteln
Tiergesundheit
Marketing
AMA Gütesiegel
Förderungsprogramme
In einer gut 3-stündigen sehr intensiven und doch sachlichen Diskussion kamen alle Punkte auf den Tisch, die
uns wichtig waren.
Trotz erstaunlicher Übereinstimmungen, gab es auch sehr unterschiedliche Auffassungen, die z. T. auch länger Bestand
haben werden.
Die wesentlichsten Punkte kurz zusammengefasst:
Standpunkte Zivilcourage Innviertel:
> GVO-Soja ist am Markt billiger, obwohl er in der
Herstellung eigentlich teurer ist als GVO-freier Soja. Mit
dieser Preispolitik wird die Nachfrage bewußt gesteuert.
>Inzwischen gibt es mehrere Studien, die GVO-Futter in
den Endprodukten nachweisen. Organschäden und
Fruchtbarkeitsprobleme sind möglich und zeigen sich aber
erst in der 2. oder 3. Folgegeneration der gefütterten
Tiere.
> Das GVO-Anbauverbot funktioniert nur über die
Koexistenzvorschriften der einzelnen Bundesländer und
wurde immer wieder von der EU-Kommission torpediert.
Das reicht auch nicht aus, Ziel muss sein, dass die GVO-
Freiheit auf die Fütterung und die Verkaufsstrategien aus-
geweitet wird.
> Das AMA-Gütesiegel ist an und für sich eine Gute
Sache. Aber es wiegt den Konsumenten auch in falscher
Sicherheit. Was helfen die genannten Kriterien, wenn das
Kraftfutter für die Tiere aus Südamerika herantransportiert
wird und auch noch gentechnischveränderte Organismen
enthält.
Standpunkte Vizepräsident Reisecker
> Der Bauer soll selbst bestimmen können, ob er GVO-frei
füttert oder nicht. Gentechnisch veränderter Soja ist billiger.
Wenn der Handel Produkte aus GVO-freier Fütterung will,
muss er mehr bezahlen.
> Gentechnisch veränderes Futter kann in Fleisch und
Milch nicht nachgewiesen werden.GVO im Futter hatt keine
Auswirkungen auf das Endprodukt.
> In Österreich sind wir schon sehr weit, da gibt es das
Anbauvervot von GVO. Andere haben gar keine Be-
schränkungen. Bei denen sollte man ansetzen, bevor wir
uns weiter einschränken. Die Bayern z.B. schauen neidvoll
zu uns rüber und wären froh über unsere Regelungen.
> Das AMA-Gütesiegel auf Fleisch besagt, das Tier ist in
Österreich geboren, aufgezogen, gemästet und
geschlachtet wurde. Das ist besser als das Fleisch zu im-
portieren.
Immer wieder wurde auch der angestrebte “Feinkostladen Österreich” angesprochen. Wir von der
Zivilcourage Innviertel vertreten die Ansicht, das in diesem Hinblick gerade auch die GVO-freie Fütterung
nicht nur ein Muss, sondern auch eine einzigartige Chance ist, um sich noch deutlicher von den zahllosen
Mitbewerbern abzuheben!
Mehrere Viehmäster berichteten von sehr positiven Erfahrungen mit GVO-freiem Futter, z.B. über sehr gute Mast-
erfolge und sehr guter Tiergesundheit.
Herr Reisecker zeigte sich einem wissenschaftlich begleiteten Fütterungsversuch nicht abgeneigt. Damit sollte man
etwaige Unterschiede zwischen GVO-Fütterung und GVO-freier Fütterung nachweisen können.
Sollte ein solcher Versuch tatsächlich zu Stande kommen, so werden wir hier selbsverständlich darüber berichten.
Leider ließ sich Hr. Viezepräsident Reisecker noch nicht ganz von der Notwendigkeit der GVO-freien Fütterung in der
Tiermast überzeugen. Dennoch gilt ihm unser Respekt, weil er sich bereitwillig der Diskussion stellte.
Dipl.Ing. Pennwieser (mit Mikrofon) mit starken GVO-freien Artumenten, re. daneben Maria Bernecker und Vizepr. Reisecker